Freitag Nachmittag. Mein Mitbewohner hat gerade seine Prüfung bestanden. Wir sitzen in der Küche und quatschen. Plötzlich ein leises Läuten der Klingel. Ich schrecke auf, denn wir erwarten niemanden! Womöglich die GEZ, denke ich, aber da kein Radio läuft, drücke ich auf den Türöffner. Man muss dazu sagen, dass in unserem Haus drei Mietparteien wohnen. Ganz unten der Vermieter Siegfried, in der Mitte seine Schwester Helga mit ihrem Lebensgefährten und im Dachgeschoß wohnen wir. Ich höre, dass sich schon Personen im Treppenhaus befinden und gehe in den Flur. Im Stockwerk unter uns ruft Helgas Lebensgefährte: „Was?“ Ich blicke die Treppe herunter und höre als Erwiderung: „Hier ist die Polizei, die Feuerwehr ist unterwegs!“ Adrenalin, Puls und Ruhe bewahren!
Ich atme tief durch die Nase ein und flute meinen Kopf mit allen Eindrücken, die die letzten größeren Brände in diesem Haus bei mir hinterlassen haben. Es sind immer die Küchen, ich denke an die spontane Selbstentzündung und an den Nachmittag als sich Helgas Mülleimer entzündete, nachdem sie ihren Aschenbecher darin geleert hatte. Und dieser stand nunmal leider unter ihrer Spüle. Gegen 13:30 Uhr fing die Küche Feuer, was jedoch niemand bemerkte, weil alle entweder außer Haus waren oder schliefen. Ich war einer derjenigen, die schliefen. Ich wachte wegen dieser immer lauter werdenden Sirene auf, sah schlaftrunken aus dem Fenster und bemerkte einen Feuerwehrwagen, der falsch in unsere Einbahnstrasse fuhr. Muss ganz in der Nähe sein, dachte ich, schloss das Fenster und legte mich wieder hin. Dann war Ruhe, aber dieser Brandgeruch stieg mir in die Nase. Das ist echt ganz in der Nähe! Im nächsten Augenblick erkannte ich, dass mein Zimmer zur Hälfte in Rauch lag und stand unmittelbar danach barfuß im Schlafanzug (ja, ich trage wirklich Schlafkampfanzüge!) mit einer Jacke über den Schultern im Treppenhaus und sah der Feuerwehr zu, wie sie Helgas verschäumte Wohnung verließen. Im Halbschlaf öffnete ich die Fenster unserer Wohnung und verkündete meinen Mitbewohnern, die inzwischen von dem Trubel geweckt wurden, von den Ereignissen.
Seit diesem Zeitpunkt ist meine Nase für diesen Brandgeruch sensibilisiert, der an diesem Freitag aber definitiv nicht in der Luft liegt! Gelassen steige ich die Treppe hinab und werde vor der Haustüre von Helgas Lebensgefährten und zwei Polizisten erwartet. „Die Nachbarn haben die Feuerwehr gerufen, weil dicke Rauchschwaden von ihrem Haus aufsteigen.“, informiert der Polizist. „Jetzt ist nichts mehr zu sehen!“ fügt seine Kollegin hinzu. Ich informiere die Uniformierten, dass es oben im Haus nicht brennt und auch nicht danach riecht. „Die Feuerwehr ist unterwegs!“, bekomme ich als Antwort. Helgas Lebensgefährte schaut mich achselzuckend an: „Die Heizung ist schon abgestellt, die kann es nicht sein.“ Dann summt der Türöffner wie ein großes Fragezeichen. Siegfried, der Vermieter, hat noch nichts mitbekommen. Ich gehe auf die Straße, wo die Polizistin unser Dach ins Auge gefasst hat. Ich schaue in ihre Richtung und sehe nur Scheißwetter. „Im Haus brennt es nicht.“, sage ich, aber aus ihrem Walkie-Talkie knattert es: „Feuerwehr ist unterwegs!“ Gewiss mich keiner Gefahr auszusetzen will ich zurück ins Haus, aus dem Siegfried mit den Worten „Was ist denn hier los?“ doch noch heraus kommt. „Die Nachbarn haben die Feuerwehr gerufen, weil dicke Rauchschwaden von ihrem Haus aufsteigen. Also vor wenigen Minuten noch… und die Heizung kann es ja nicht sein…“ „Nee, die Heizung ist nicht an,“ antwortet Siegfried „aber ich habe deswegen gerade den Kamin bei mir angefeuert!“

Das iPad wird vom Stapel gelassen. Die Zukunft beginnt! Aber ich prognostiziere nicht, dass jeder bald seine Bücher auf dem iPad ließt. Bücher lesen sich nunmal besser auf Papier. Und Jahre nach dem ersten Lesen bemerkt man, etwas ganz anderes und würde andere Sätze unterstreichen oder andere Notizen hinzufügen. Sicher geht das mit dem iPad auch (irgendwann). Jedoch löscht man nichts vom Papier so einfach wie man leichtfertig eine Datei löscht! Die Diskussionen um den Verfall der Printmedien halte ich für grundlos, denn nach dem Einbruch des Tonträgerverkaufs haben sich sinnvolle Vertriebsalternativen im Netz gefunden. Zurzeit sind iBooks aber noch visionär und keinesfalls als revolutionär zu bezeichnen. Dieser Markt muss erst eine Nachfrage generieren. Apple ist dabei nicht alleine. Stichwort: Amazon und Kindle. Jedoch hat es bis zur Etablierung des iTunesStores auch gedauert.

In erster Linie sehe ich einen ersten großen Verwendungszweck im Bildungsbereich: Das iPad könnte eine ideale Lösung für Schüler und Studenten bieten. Lehrbücher und Schulbücher könnten problemlos mitgeführt und den Kursen entsprechend eingestellt werden. Es könnte den Block für Notizen ablösen und Hausarbeiten würden natürlich direkt auf dem iPad geschrieben.
Das iPad ist der Prototyp einer universale Konsole. Vollgepackt mit Sensoren können Programmierer das Ding nach Lust und Laune auf alle erdenklichen Situationen zuschneiden. Eine Schnittstelle zur digitalen Wolke, die nicht nur alle Daten verfügbar macht, sondern auch Zugang zu vernetzten Ressourcen ermöglicht. Stichwort: Dezentrale Rechnerleistung. Lass Google rechnen, während ich mir auf meinem Computer einen Film ansehe.
Kritiker prophezeien eine dunkle Utopie wie George Orwell sie bereits für 1984 ankündigte.
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„Experten“ sprechen von „digital natives“. Dieser Begriff beschreibt Menschen, die mit der virtuellen Welt aufwachsen, sich dort aufhalten und über die notwendige Medienkompetenz verfügen. Und genau diese Menschen, die bereits die Arbeitswelt verändern, indem sie Kaffeehäuser und Parkbänke zu ihren Büros erklären, winken ab, wenn sie die Befürchtungen glühender Datenschutzverfechter hören. Sie wissen um die Verantwortung mit ihren Daten sensibel zu verfahren und halten BackUp nicht für die Wiedererlangung der Fahrtüchtigkeit nach einem Rausch.
Die Vorstellung in einer großen Kaffeehauskette jemanden gegenüber zu sitzen, der sich mit dem iPad über die Sturrbock-App einen TripleWipperKräuterbutterrahm-Yuppie-Shake bestellt, fällt nicht schwer. Eingehende Chatnachrichten werden mit dem Kommentar „Bin am Arbeiten!“ weggeklickt und nebenbei wird durch iTunes geblättert, weil in der letzten Ausgabe des Playboy-Abos ein Artikel über die angesagtesten Top-50-MustHave-Apps steht. Und falls der Film für die morgige Projektvorführung noch über Nacht exportiert werden muss, öffnet man die Apple-App und beauftragt den heimischen iMac mit dieser Aufgabe. Zwischendurch werden die neusten EA-Games auf die sehr besondere Art des iPads gezockt. Die Wii hat sich immerhin mit ihrer innovativen Steuerung auch etabliert. Der Unterschied zum iPad macht sich deutlich, wenn man versucht im Zug damit zu spielen. Sicherlich amüsant, aber umständlich. Und spätestens wenn man mit einer Spielkonsole nach einem Backrezept suchen möchte, stößt man an die Grenzen der Technik. Das iPad wirkt da quasi wie die perfekte Backbuchkonsole! Mit einer Back-App sucht man ein Rezept und vielleicht stellt man schon sehr bald die Teigschüssel einfach aufs iPad, weil nicht nur GPS, WIFI, KOMPASS, BESCHLEUNIGUNGSMESSER, sondern THERMOMETER, HYDROMETER, LASER oder ULTRASCHALLZOLLSTOCK und eben auch eine WAAGE eingebaut sind.
Die große Frage ist, wo bleibt die Revolution? Der Marketinghype der Firma Apple ist nicht revolutionär. Apple betreibt durch geschickte Werbung nur ein Branding für den stilisiert globalisierten Alltag. 1984 war Apples Werbestrategie ebenso offensiv wie heutzutage. Und Apple ist keine Ausnahmeerscheinung: Nike schaffte es vor rund 20 Jahren mit Schuhen, die mit Luft gefüllt waren. Ganz nebenbei, man kann Nike-Schuhe mit iPods koppeln. Der Prozessor des iPads kann revolutionär sein. Apple hat vor einiger Zeit eine kleine Prozessorschmiede gekauft, deren Fokus auf ultramobile Geräte gerichtet war. Nerds fragen sich, wieviel Know-how von Apple kam und welches Wissen mit dem Firmenkauf erworben wurde. Das Gerücht köchelt hoch, Apple wolle auf Dauer der Intel-Schlange, ihrem exklusiven Prozessorzulieferer, den Kopf abschlagen.
Die wahre Revolution liegt in der Unmittelbarkeit der Interaktion und sie schleicht sich leise in den Alltag. Der Mensch ist ein Nutzenmaximierer, der nützliche Werkzeuge nur ungerne ablehnt. Daher sehe ich für das iPad als universelle Konsole einen Markt. Und das obwohl ich denke, dass Steve Jobs nur die Fernbedienung verkauft, mit der Bill Gates seine Umgebung konfiguriert. Ich komme zu dem Schluss, dass ich es mir kaufe, sobald der Funktionsumfang als iWatch aufs Handgelenk portiert wurde.


Pavol stand in der Straßenbahn, hielt sich an den klebrigen Haltelaschen fest und lauschte dem Gemurmel der Passagiere. Draussen regnete es und es sah nicht so aus, als würde sich das Wetter heute noch bessern. Es war Herbst, das nächste Semester stand vor der Tür und neue Gesichter bevölkerten das kleine Städtchen. Die Strassen waren voll und tätige Geschäftigkeit und Aufbruch lagen in der Luft. Die Frage in welchem Semester er nun wohl sein möge hallte unbeantwortet durch seinen Kopf. Der Gedanke stieß ihn ab. Was daraus würde, war ihm mehr als klar. Haltestelle, Passagieraustausch. Er hatte kein Ziel, suchte nur die Atmosphäre und ließ sich dahin fahren, wohin die Schienen es wollten. Neu an Bord und direkt neben ihm sitzend, zwei aufgeregt diskutierende Menschen. Pavol strich sich durch das unrasierte Gesicht, hielt sich aber sofort wieder an den Haltelaschen fest, weil ihm das Wort „Pickel“ durch den Kopf schoss. Er versuchte sich abzulenken und musterte die zwei neuen Passagiere. Beide waren gut gewachsen, die Eltern hatten sicher die wahre Freude an den beiden Jungs. Adrett eingekleidet, konform. Ihre Diskussion war mit vielen schönen Fremdwörtern geschmückt und sie versuchten sich gegenseitig mit ihrer Intelligenz zu duellieren. Offensichtlich waren beide ganz gut in der Schule gewesen, denn sie waren weder auf den Mund noch auf den Kopf gefallen. Das atmosphärische Gemurmel trat zurück, und in der Vordergrund drängte sich die hitzige Diskussion der Zwei aus der Bildungselite. Was sollte das? Man stellt sich in die Bahn und will nur ein bisschen lauschen, die Luken reinigen und dann bekommt man Schmand serviert, der einem die Poren verstopft! Pavol wurde ungeduldig. Der Versuch das Gespräch wieder auszublenden scheiterte. Selbst der Gedanke an „Pickel“ brachte ihn zurück zu den lauten Quatschköpfen. Würden die Zwei vielleicht gleich wieder aussteigen oder sollte er selbst raus? Solch geschwollenen Gelabere kann man ja nicht zuhören! Haltestelle. Passagieraustausch. Doch die Zwei und er blieben, wo sie waren. Dann streichelte sich der eine Duellant aufgesetzt grübelnd sein Kinn. Seine Augenbrauen hoben sich wie bei einem Schauspieler, der diese Mimik- und Gestikkombination wochenlang geprobt hatte und dabei leider vergessen hatte, wie beiläufig eine solcher Gesichtszug sein sollte. Nach einem unnötigen Schweigen bemerkte er: „Möchtest Du auf Descartes anspielen?“ Pavol sah wie in dem Kopf des Gegenspielers die Argumente wie Karten neu gemischt wurden, um zu parieren. In diesem Augenblick explodierte in Pavols Kopf die zu erwartende Argumentationskette und er hörte sich schreien: „Student, halt´s Maul!“ Das Gemurmel verstummte augenblicklich, die metallischen Bahngeräusche unterstrichen die erschrockenen Blicke der Passagiere. Mit einem Ruck stoppte die Bahn. Haltestelle. „Ich muss hier raus!“, dachte Pavol laut und sprang zur Türe hinaus. Der Regen klatsche ihm ins Gesicht und der Wind hob sich unter seine Kleidung. Erfrischend, dachte er und ging nicht mehr ganz so ziellos zurück.

nbstaBuhceBcuhtsban

Veröffentlicht: 23. Juli 2009 in Lyrisches
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Becuhtsban

buchstaBen

keine w0rte

worte f3hlen

,keine Satzze!chen,

nicht zu beachten das großgeschriebene und das KLEINgeduckte

“Slaat, Salat” schreien sie und ich schreibe “Besser als Gemüse”

Neenee. Dochdoch.

kann ich machen,

schließlich schr3ib ich das hier.

dann gehste halt, schreib ich trotzdem weiter, aller HORST!

Sinn suchste!? Na, da biste wohl falsch abgebogen. War alles nicht so geplant, war eh nicht geplant, war nur dahin gedacht, dahin geträumt, so dahin gewünscht. Zack, wars gemacht und schwupps zu ende. Blabla.

Kein Grund schwarzgallig zu werden: Besser so, als gar nicht. Was bleibt ist, was war.

Buchstaben.

Buchstaben.

Ich kann sie tippen, alle nachein@nder, rückwärts, quer, in Zahlen oder Farben, ich rieche sie und in der r!chtigen Reihenfolge bekommt man eine Gänsehaut.

Buchstaben.

Zum Schluß: kreischendes Feedback mit ordentlich Wah-Wah und dunkelschwarzem H4ll

bstaBuhnce

Schmetterling

Veröffentlicht: 14. Juli 2009 in aus der alten Kiste unterm Bett

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Frühlingsbote

Veröffentlicht: 10. April 2009 in kurz mitgeschrieben
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Aus der nächtlichen Schlaflosigkeit riss mich vor zwei Wochen plötzlich ein kleiner Marienkäfer, der sich auf meine Nasenspitze setzte. Er sah mich an, als ob er mich kenne. Ich schielte ihn an und dachte einen Augen, daß er mir zuzwinkern würde. Dann erschrak ich, weil der gepunktete Krabbler zum Balancieren seine Flüge ausstreckte. Ich stupste ihn von der Nase und der Käfer plumpste auf mein Kissen. Etwas hilflos kraxelte er darauf herum, ich reichte ihm meinem Finger, woraufhin er mich sofort wieder bestieg. Ich öffnete das Fenster und setzte meinen halbkreisigen Freund wieder ins Freie. 3399542675_ec4032ef76_m5.jpg Zurück in meinen Kritzeleien ging mir der Marienkäfer nicht aus dem Kopf. Es war ein asiatischer Marienkäfer gewesen. Seit einigen Jahren vermehren sich diese in freier Wildbahn, vorher kamen sie in Europa nur in Gewächshäuser als Schädlingsbekämpfer vor. Inzwischen sind sie irgendwie selber Schädlinge, aber das weiß kaum jemand. Hat mir der Käfer wirklich zugezwinkert? Selbst wenn, hätte ich esdoch nicht wirklich sehen können… Haben Käfer Augenlider? Oder haben süße Marienkäfer fiese Fliegenfacettenaugen? Nein, bestimmt nicht! Marienkäfer haben tiefschwarze Augen, lange Wimpern und diesen irritierend verzückenden Hummelfigurenblick. Genauso wie Schmetterlinge! Es ist Frühling, frische Luft… Ich kippte das Fenster und sog die einschwemmende Frühlingsbrise tief in mich ein. Ich ging in die Küche und kam mit einer Tasse Tee zurück an den Computer. Da saß dieser kleine Fratz auf meiner Tastatur!

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Empört reichte ich dem Marienkäfer wieder meinen Finger und schimpfte ein wenig, weil ich es nicht mag, wenn man auf meinem Mac herumlatscht. Auf die anschließende Frage nach seinem Namen, schüttelte der Marienkäfer wild und entrüstet seine Flüge und keifte herum. Mir war klar, daß der Marienkäfer eine Dame war.

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Es stellte sich heraus, daß Adelheid, so ihr Name, zu früh aus dem Bett kam und mit den ersten Frühlingssonnenstrahlen in die Kältefalle tappte.

3400351004_a0c1460401_m5.jpg Wir unterhielten uns lange undich bot ihr Unterkunft an, solange es Wintereinbrüche gäbe. Sie hat es sich seitdem schön bei mir eingerichtet und hat auch etwas zugelegt wie man anhand der Bilder sieht.

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Nun ist der Frühling da und eines morgens muss sich Adelheid aus dem Staub gemacht haben, um ihren Trieben nachzugehen…

Block 4

Veröffentlicht: 27. Februar 2009 in Lyrisches
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BLOCKVIER