Ein kalter Schauer, sich die Zähren pflückt…
Ein kalter Schauer, sich die Zähren pflückt…
Das kummervolle Zimmer liegt im Halbdunkeln, Musik erklingt gedämpft aus den Ecken. Kerzen verströmen schweren, süßen Duft. Gedankenversunken liegt sie vor einem zersprungenem Spiegel auf dem Boden ihrer Kammer. Zwischendurch flammt leise Feuer, Qualm steigt auf und diskret knistert die Glut ihrer Zigarette. Einzelne Lichtfinger tasten sich durch die kerzenweichen, rauchigen Schatten, während sie Ordnung in ihren Scherben sucht. Ab und zu verlieren sich die traurigen Augen in den Spiegeln und blicken tief in ihre Seele. Kalter Schauer und Gänsehaut krabbeln über ihren Rücken. Sie erschrickt, als sie sich selbst im Spiegel erkennt. Ihre Lippen zittern und Tränen laufen ihre Wangen herab. Schnell zerwühlt sie die Anordnung ihrer Gesichter und dutzende Augen blicken ihr zornig entgegen. Sie weiß, diese Augen sehen anders. Dann wieder gläsernes Splittern aus der Mitte des Raumes, Lichtertanz an den Wänden, so liegt, sitzt und kniet sie seit Stunden und arrangiert ihr Mosaik der Gefühle.











Welche Musik hast Du dazu gehört?
Evalotta
28. Januar 2009 um 19:59
Das ist eine exzellente Frage, auf die es nun eine interessante Antwort gibt: Wenn man das Hintergrundrauschen meiner Synapsen nicht mitzählt, habe gar keine Musik dazu gehört! Das ist insofern interessant, weil ich nicht oft ohne Musik schreibe.
psychonautik
29. Januar 2009 um 10:09