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Ein kalter Schauer, sich die Zähren pflückt…
Ein kalter Schauer, sich die Zähren pflückt…
Das kummervolle Zimmer liegt im Halbdunkeln, Musik erklingt gedämpft aus den Ecken. Kerzen verströmen schweren, süßen Duft. Gedankenversunken liegt sie vor einem zersprungenem Spiegel auf dem Boden ihrer Kammer. Zwischendurch flammt leise Feuer, Qualm steigt auf und diskret knistert die Glut ihrer Zigarette. Einzelne Lichtfinger tasten sich durch die kerzenweichen, rauchigen Schatten, während sie Ordnung in ihren Scherben sucht. Ab und zu verlieren sich die traurigen Augen in den Spiegeln und blicken tief in ihre Seele. Kalter Schauer und Gänsehaut krabbeln über ihren Rücken. Sie erschrickt, als sie sich selbst im Spiegel erkennt. Ihre Lippen zittern und Tränen laufen ihre Wangen herab. Schnell zerwühlt sie die Anordnung ihrer Gesichter und dutzende Augen blicken ihr zornig entgegen. Sie weiß, diese Augen sehen anders. Dann wieder gläsernes Splittern aus der Mitte des Raumes, Lichtertanz an den Wänden, so liegt, sitzt und kniet sie seit Stunden und arrangiert ihr Mosaik der Gefühle.
Von Dir.
Von Dir.
Draußen toben
Wind und Regen,
peitschen
die einsame Nacht.
Ich trieb im
Grünen Meer,
als ich in Deine
Augen sah.
Fahler Mond
schien
gedämpft erwacht,
das Blau grau trübend,
zu verbergen unter Gischt,
was im dunklen Licht
auf hoher See geschah!
Keine Rettung,
die mich suchte.
Schrille Sturmwogen
brachen krachend Wellen
über mir..
Strudel sogen in
die Tiefe
und Wasser nahm
die Luft.
…ein Hauch von Dir
wird ewig bleiben,
Dein süßer, zarter Duft.
Aufgrund des heutigen Datums…
Flammende Flugzeuge
Nieseln durch die
Grauen Wolken vom
Hoffnungsblauen Himmel herab.
Glassplitter, Explosionen,
Giftig fauchende Rauchwände.
Geschrei und Tod
Vermengen sich mit
Lichterlohen Sirenen.
Hochhäuser und Menschen
Sacken in sich zusammen.
Alle Wege sind mit
Dem öligen Dunst der
Schuld und Betroffenheit
Bedeckt- darin gespiegelt:
Der verheißungsvolle Regenbogen,
Der schillernd unwirkliche,
Nie zu erreichende Schatz.
Tränen spülen Seelen,
Wie Regen den Beton.
Doch: Tränen löschen keine Brände.
Staub
Staub
Regenbogen erleuchtet trügerisch Feuer
Farben brennen
Welken ewiger Istigkeit
Asche war und wird
Man stelle sich ein grummelndes, steinig grobes Grummen vor…
Hörst Du die Sonne knistern/
Wolken flüstern mit den Vögeln/
Staub zieht amüsiert seine kreisenden Wirbel/
Genügsam liegt der dämpfende Schleier der Hitze über der Stadt/
- die Menschen sind anders/
sie beklagen sich immer noch
–doch mit einem verkniffenen Lächeln im Gesicht/
Und wenn man genau zuhört/
vernimmt man das grummende Drehen der Erde/
das wispernde Versprechen/
dass gar nichts von Bedeutung ist..










