Artikel getaggt mit ‘Traum’
The MotorSourceMassacre
Reden wir über Musik und steigen wir gleich tief in die Materie ein:
„Roadworks 2 – The MotorSourceMassacre“ von „Motorpsycho“
Kurzes Jazzgeschrubbe leitet in „Grindstone“ ein. Rauer Klangteppich schleift grob über den Hörsinn, das firlige Gefrickel klingt wie das Quietschen und Splittern des Schleifsteins. Acht Minuten später heilt Melodie die geschärften Ohren. Tiefes, kehlköpfiges Gurgeln, sanfte Gitarren, verspielte Flangereffekte und eine liebliche Stimme; „the Wheel“ nimmt einen mit. Langsam nehmen Flanger und Effekte wieder zu. Das Lied wird eindringlicher. Der Klangteppich entfaltet Atmosphäre, die sich wie dichte Bläue durch den Raum zwischen den Ohren nebelt. Die verrückten Effektspielereien sträuben meinen Nackenflaum aufrecht. Wir befinden ins in der Mitte der zwanzig Minuten. Gänsehaut. Wenn man zu Synästhesien neigt, wäre hier eine gute Gelegenheit, sich vorab ins Feuerwerk zu stürzen. Intuitiv etwas lauter machen. Das sanfte Liedchen hat sich zu einem Koloss einwickelt, man hört das Rad, tief grummend. Ab und zu schlägt es Funken. So hört sich die Drehung eines Planeten an. So fühlt sich die Allmacht der Schwerkraft an, zermahlt den Hörer. Eine Reise ins Tiefste des Kosmos und in die Tiefen der Kräfte, die ihn zusammenhält bis im Inneren nur noch eine Schwingung ist, die allen anderen zu Grunde liegt, von der alles ausgeht, die alle anderen Schwingungen erzeugt, anregt. „Finske Skogar“ ist die Bremse! Quietschend bremst es erstmal alle drehenden Assoziationen. Aus einer Restschwingung erwacht das Leben erneut. Absurder Wille zur Existenz. Plötzlich Puls. „Dreams“, wirre Träume. Bekömmlich. Flummi aus sehr weichem Kautschuk. Tiefe Träume tanzen in Trance. Wir kommen zum Kern. „Golden Core“ beginnt, indem es aus „Dreams“ heraus schmilzt. Massiv unbeirrbar zielstrebig. Kein Zweifel, Rückkopplung lässt Gänsehaut schreien. Kribbeln überall. Glockenspiel, Bass und messerscharfe Gitarren, Bläser, pulsierende Effekte. Der goldene Kern anästhesiert wie eine Rückenmarksnarkose. Greifbares Urvertrauen. Ob Geburt oder Tod, dieses Lied handelt sicher nicht davon, was für uns begreifbar wäre Und wenn man denkt es gehrt nicht weiter, nicht tiefer, dann schießt es einen in die Ewigkeit Das Ego wird zu einem verschwindenden Lichtfleck. „Limbo“ holt einen gemächlich zurück in die Wirklichkeit. Dann noch eine Zugabe, die wirr die 73 Minuten abrundet
Schlaflosigkeiten

Alltagsanalogien
Alkoholfreies Bier ist analog zu fleischloser Wurst.
Der Gottesbezug in der europäischen Verfassung wäre analog zu einer Zeitreise in die geistige Epoche vor der Aufklärung.
Das Rauchverbot in Kneipen und Bars ist analog zu Toiletten, auf denen man zwar kacken , aber nicht pinkeln darf.
Analoge Uhren, deren Zeiger nicht eindeutig auf die Striche der Kreiseinteilungen zeigen, sondern ungenau dazwischen, sind analog zu den Aussagen über Anschlusszüge von Bahnangestellten im Fernverkehrsnetz.
Das Festhalten an der Konstante der Vakuumlichtgeschwindigkeit ist anlog zu dem Festhalten am Weltbild vor der Kopernikanischen Wende.
Das Hintertürproblem der deutschen Stammzellenforschung ist analog zu dem Hintertürproblem der niederländischen Cannabiswirtschaft.
Realität und Wirklichkeit sind analog zu Traum und Wunsch.
in meinem Kopf – ein grauenhafter Morgen
in meinem Kopf – ein grauenhafter Morgen
unbestaunt
versiegt
die färbende Wärme
stillen Schreis
tranig im Bewusstsein
der Würmer
°°
die totale Aufrüstung beginnt-
gespitzte Bleistifte
stechen ein Loch
in die silbergrauen Wolken
°°
Träume hängen
wie verdorrte Beeren
in Sträuchern-
unbeeindruckt
zischen Zigaretten
im leeren Teeglas
°°
tollwütig
kreischen
Vögel
die Sonne
aus dem Schlaf-
als hätte sie
ebenso wenig geschlafen
wie ich,
scheint sie
gedämpft bedeckt
°°
dreckiger Schwamm
modert
in meinem Kopf-
grauenhafter Morgen
°°
Krähen,
aus Kreide gezeichnet,
klagen…










