Anlässlich meines neunundzwanzigsten Geburtstags gibt es nun das zu lesen, was ich an meinem fünfundzwanzigsten Geburtstag geschrieben habe, worin auch zu den Geschehnissen an meinem vierundzwanzigsten Geburtstag Bezug genommen wird!

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Der Tag, an dem ich meinen Computer aus einer pandimensionalen Zeitschleife befreite war im Großen und Ganzen mein Geburtstag: Mein fünfundzwanzigster!

Ich verbrachte den ganzen Nachmittag im Bett. Ich zog mir nur kurz den alten, weißen Bademantel über, als ich die Treppen herunterging, um im Briefkasten nach Post zu sehen. Doch ich konnte nur den täglichen Brief an meine Mitbewohnerin bergen. Wieder oben angekommen sah ich in den Spiegel. In dem Bademantel sah ich aus wie ein Schlachter! Die vielen Teeflecken wirkten wie geronnenes Blut, weswegen ich beschloss den Bademantel endlich seiner letzten Bestimmung zu kommen zu lassen..

Stunden zuvor beauftragte ich meinen PC, die CD, die ich in seinen Schlund beförderte, auf der Festplatte zu speichern, um die Früchte intensivster Internetrecherge und monatelangen Suchens zu ernten, woraufhin sich mein PC in gewissenhaftes Summen und konzentriertes Schnarren zurückzog. Es schien ein ruhiger Tag zu werden..

Die Minuten verstrichen wie Sekunden und ich verbrachte die Zeit hauptsächlich damit, an das Mädchen zu denken, das eine Woche zuvor aus voller Brust und reiner Seele für mich gesungen hatte.

Wie dem auch sei, Zeit verging, aber nichts passierte! Die Sonne war schon im Endspurt ihres Halbkreises, bis ich entschloss, so könnte es nicht weiter gehen! Der PC müsste doch inzwischen seine Arbeit getan haben.. Ich knuffte die Maus und während ich darauf wartete, dass mein PC sein Auge öffnete, wollte ich die CD aus seinem Rachen entladen, als mich plötzlich ein blauer Bildschirm panisch darauf hinwies, dass irgendwas nicht normal war!

In solchen Augenblicken setzt man sich erst mal hin und macht sich einen Kopf..
Es flutschte und das Telefon klingelte. Die lieben Eltern. Wie immer gibt’s zuerst einen „Dialog“ mit der Überschrift „Fortschritt des Studiums“, daran schloss der zweite Teil „Geburtstag“ an; der zweite Teil beschränkte sich hauptsächlich auf meinen vierundzwanzigsten Geburtstag:
Damals klingelte ebenfalls das Telefon und mein Bruder gratulierte mir. Während er das tat, hörte ich gleichzeitig meine Türklingel im Hausflur und im Telefonhörer. Bevor ich zu der Schlussfolgerung kam und sie am Telefon meinem Bruder mitteilte, dass er es war, dem ich die Türe geöffnet hatte, hatte ich sie schon geöffnet…
Er sagte nur noch, er sei aber nicht allein und das Gespräch war beendet! Ich hörte mindestens sechs Füße die Treppen raufkommen.. Ich hatte kein Problem damit, meinem Bruder, meiner Schwester und meiner Mutter zu zeigen, was ich von unangemeldeten Besuchen und unerwarteten Überraschungen generell hielt!
Seitdem muss ich Seitenhiebe auf Kosten meiner Gastfreundlichkeit hinnehmen, die immer mit diesem Satz enden: „Wir würden Dich ja gerne besuchen kommen, aber wir dürfen ja nicht!“

Nach den telefonischen Gratulationen zu meinem fünfundzwanzigsten Geburtstag und den obligatorischen Sticheleien, die erwartungsgemäß eben jenem Satz endeten, hatte das blaue Auge der Flimmerkiste die panische Hektik abgelegt und blickte wie gelähmt ins Nichts.

Ich fragte mich, ob man sich andauernd um solche Dinge einen Kopf machen müsste oder ob ich ein heißes Bad nehmen sollte, um endlich aus dem Pyjama herauszukommen.
Ich beantwortete beides mit „Ja“, ließ Wasser in die Wanne und blies den blauen Rauch über den blauen Bildschirm, während ich die „Esc“-Taste drückte.
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Kommentare
  1. KurtKaputt sagt:

    Es tut mir ja immer noch leid.

  2. […] suchen sollte. 30. Ich habe keine Angst und keine Sorge vor dem nächsten Kapitel. Es sind Geburtstage im Generellen, die mich deprimieren. Man denkt über seine Freunde und sein Leben nach, fragt sich […]

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