„Ja, wir fahren nach Budapest.. (aber hier sitzen unsere Füße!)“

Veröffentlicht: 9. Oktober 2008 in aus der alten Kiste unterm Bett, kurz mitgeschrieben
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„Ja, wir fahren nach Budapest.. (aber hier sitzen unsere Füße!)“

In Heidelberg

Trieb zehn Tage in einem Meer aus Alkohol, inzwischen klingelt mein Schädel, die Sonne ist schon über den Horizont gekrochen, mir ist schlecht, ich schwitze, doch mein Herz pocht noch…

Plötzlich fällt mir ein,

ich muss noch packen,

in 87 Minuten sollte ich im Zug Richtung Süden sitzen!

Im Zug hinter Karlsruhe

Erste, vage Informationen und Tipps über Budapest,

dumme Frau diagonal gegenüber von mir,

40 bis 50, Rad-Trikot, Fahrradhelm im Zug,

ob sie vielleicht Angst hat,

dass der Zug umkippt?!?

Ich blende mich wieder aus…

Irgendwo, wo die Sonne brennt

Ich schlafe immer wieder ein,

Leute glotzen mich an,

ich spüre Blicke und

gebe ein erbärmliches Bild ab:

Alkoholfahne, ungeduscht und außer Stande, Kontrolle übers Wachsein zu behalten.

Jede Haltestelle schrecke ich auf, bis ich in Konstanz ankomme!

Konstanz

Treffen mit meinen zwei Begleitern,

wollte mich eigentlich noch kurz erholen,

ein letztes Mal ausspannen,

doch ein Gepäck-Check ergab,

habe alle Klamotten

direkt aus meinem Schrank in die Tasche geworfen..

Umdisponieren… nehme ich Snowboard-Jacke und lange Unterhosen mit?

Countdown läuft,

der Dritte im Bunde ist noch nicht da,

wir warten,

in fünf Minuten fahren wir los,

letzter Passagier muss noch packen, im Gegensatz zu mir eher minimalistisch, der Zug wartet schon auf uns!

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Das sind die einzigen Aufzeichnungen, die ich noch vom Sziget in Budapest aus dem Jahr 2003 besitze. An was ich mich erinnere ist, dass mein Bruder und ich später den dritten im Bunde verloren hatten. Er hat es sich mit einer Bekanntschaft im Schlafwagen gemütlich gemacht. In Wien wurde der Zug getrennt. Er und seine Begleiterin fuhren ohne Ausweis, ohne Fahrschein, ohne Telefon, ohne Kleidung, ohne Ziel und ohne Ahnung weiter. Erst in Budapest bemerkten wir unseren Verlust. Ebenso eine andere Gruppe deutscher Festivalbesucher. Auf absurde und abenteuerliche Weise tauchte das Pärchen im Laufe des Festivals wieder auf. Besonders lebhaft in meiner Erinnerung ist die Rückfahrt, die wir mit einem gefälschten Fahrschein antraten und mit einem Getränkevorrat von einem halben Liter Cola für zwei Personen in einem brütend heißen Waggon mit kaputter Klimaanlage von Budapest nach Konstanz. Geld hatten wir natürlich auch keines mehr…

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Kommentare
  1. KarlKarbon sagt:

    Yeah, ein herrliches Festival

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