“Guten Tag. Ich bin Atheist und möchte gerne mit Ihnen über die schleichende Gefahr des Kreationismus sprechen! Hätten Sie ein paar Minuten für ein Gespräch?”

“Es tut mir leid, aber mir rinnt die Zeit davon…”

“Aber darum geht es ja! Genau darum geht es: Zeit, Entwicklung, … Außerdem: Wir sitzen im Zug und Sie können nicht flüchten!”

“Ähh. Ich habe wirklich keine Zeit für sowas! Ich muß zusehen, dass mein Projekt fortschreitet. Wenn Sie mich also bitte ent…”

“Eben. Fortschritt -da hat der Frosch die Locken!”

“Ähhhhh.”

“Fortschritt, Evolution und plötzlich werden Schulbücher sogar in Deutschland durch inhaltliche Downgrades ausgetauscht.”

“Wie bitte? Wovon reden Sie?”

“Ich spreche vom Vormarsch einer großen Gefahr! Sie taucht immer nur am Rande auf, fast unsichtbar und hüllt sich in einen Schleier aus Angst. Ich sage Ihnen der Untergang ist nahe!”

“Ach! Hören Sie doch auf mit Ihren Verschwörungstheorien!”

“Es ist keine Verschwörung, es ist ein Glaube! Ein verzweifelter Glaube.

Aber dazu muss ich ausholen..”

“O mein Gott!”

“Wie ich an Ihrem Tonfall höre, haben Sie sich in Ihr Schicksal ergeben, wenn man so will! Aber zu Ihrer Freude wird es auch um Ihren Gott gehen -wie sagen wir- in seiner Nicht-Existenz oder besser gesagt als eines der vielen konventionellen Konstrukte zur Regulierung des gesellschaftlichen und sozialen Zusammenlebens. Sie wissen, wovon ich rede??”

“…”

“Gott ist eine Gefahr! Ich muss Ihnen ja sicher nicht deutlich machen, wozu islamistischer Fundamentalismus fähig ist und welche unglaublichen Gräueltaten sich Palästinenser und Juden gegenseitig zufügen. Und dabei darf man nicht verschweigen, was die Christen an Unheilvollem in die Welt gebracht haben! Doch was jetzt kommt, ist an Dummheit und Beschränktheit nicht mehr zu überbieten. Ich warne vor den Kreationisten! Wie ich bereits eingangs erwähnte, werden nicht nur im prüden Amerika, sondern inzwischen auch in Deutschland Schulbücher ersetzt, in denen die Evolutionstheorie erklärt wird und durch Bücher oder besser gesagt Sektenbroschüren mit dem göttlichen Schöpfungsmythos eingeführt! Da gibt es Menschen, die trotz besseren Wissens zu einem gefährlich unverantwortlichen Glauben zurückkehren! Ich weiß nicht, ob Darwin in seiner Evolutionstheorie beschrieben hat, ob es evolutionistische Rückschritte gibt!? Aber dieser Glaube wäre ein Beweis dafür!”

“Sie können doch Leuten nicht vorschreiben, was sie zu glauben haben! Und außerdem ist Glaube oft sehr tröstlich und hat daher eine Daseinserechtigung!”

“Nun, ich möchte auch niemanden vorschreiben, was er/sie zu glauben hat! Im Grunde möchte ich sagen, dass wir heutzutage nicht mehr auf den Glauben angewiesen sind! Sehen Sie, Gott ist ein menschliches Konstrukt! Nicht anders herum!! Wir Menschen haben uns einen oder mehrere Götter erdacht, um unser soziales Zusammenleben zu organisieren, um das Jahr in fruchtbare und eher spärliche Tage einzuteilen. Wenn Sie sagen, der Glaube hätte eine Daseinsberechtigung, muss ich Ihnen entgegnen, dass es nicht mehr so ist! Wir brauchen keinen Gott, um moralisch zu handeln! Spätestens seit Kant können wir uns unserer Vernunft bedienen und unser Zusammenleben vernunftig organisieren, moralisches Handeln rational erklären und legitimieren. Wir müssen nicht mehr ”gut“ handeln, weil wir uns davon ein Leben im Paradies versprechen! Es gibt ein Leben vor dem Tod und mit unserem Verstand könnten wir dieses Leben sogar zu einem Paradies machen!

Gottvertrauen ist nicht mehr zeitgemäß und einen Gott ins Zentrum Ihres Lebens zu stellen würde ich glatt als fahrlässig bezeichnen!

Wenn Sie argumentieren, dass der Glaube Trost spendet, dann frage ich Sie: Ist das zweckdienlich?? Ihr Argument entkräftet folgendes Beispiel: Sie stehen auf den Gleisen und der InterCityExpress ”Sprinter“ rast mit einem Affenzahn auf Sie zu; und anstatt von den Gleisen zu springen -weil dazu hätten Sie ja genug Zeit, denn die Bahn verspätet sich immer-, halten Sie sich aber nur die Hände vors Gesicht und hoffen, dass nichts passiert!”

“Nun hören Sie mal, ich bin ein aufgeklärter Mensch, was unterstellen Sie mir. Und außerdem ist es doch meine Sache, an was ich glaube!”

“Agnostiker, hab ichs mir doch gedacht! Ein Fähnlein im Winde, doch die Luft ist faul mein Freund: Aus der einen Richtung bläst die alte, stinkende ”Sklavenmoral“ wie Nietzsche so trefflich schrieb und aus der anderen Richtung weht der sterile Geruch kalter, herz- und triebloser Wissenschaften, die mehr Fragen aufwerfen als zu beantworten. Bei Ihnen riecht es nach Angst, weil Sie nicht den Mut Kants aufbringen, die Brille abzulegen!”

“ *grummel* Ich werde mich nicht mit Ihnen unterhalten! Sie wissen doch gar nicht, was ich glaube!”

„Sie glauben, dass Sie im Grunde ein anständiger Mann sind. Was sie zweifellos sein können.. Sie denken, dass Sie einen guten Beruf ergriffen haben, anständig arbeiten, um Ihr Leben und das Ihrer Familien zu finanzieren. Sie glauben, wenn es ein Leben nach dem Tod gibt, kommen Sie auf die ”gute Seite“! Und wenn nicht, dann nicht.

Aber, falls Sie im Ende feststellen, dass ihr Glaube nicht hält, was sie sich von ihm versprochen haben, hätten Sie dann Dinge in Ihrem Leben anders gestaltet?“

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(Ein Auszug aus einem (noch) fiktiven Dialog, den ich als Antwort auf die christlichen Bekehrungen in der Deutschen Bahn geschrieben habe.)

Das Omen

Veröffentlicht: 5. Februar 2009 in kurz mitgeschrieben
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Freitag, der 13te naht! Zeit, sich einige Gedanken über Aberglauben und Paranoia zu machen. Der Unterschied zwischen einem abergläubischen Menschen und einem paranoiden Menschen ist die Tatsache, dass der abergläubische Mensch ein Unglück befürchtet, ein paranoider Mensch das Unglück erwartet! Dem schwarzen Freitag bin ich bisher immer entwischt, aber es gibt etliche andere Omen, denen ich bisher nicht entkam. Den Vollmond deuten viele als schlechtes Omen. Seit Jahren beobachte ich meinen nächtlichen Weggefährten und kann bestätigen, der monatliche Höhepunkt verspricht oft Nervosität und Schlaflosigkeit. Die darauf folgenden zwei Wochen des abnehmenden Mondes jedoch sind immer durch Entspannung geprägt. Seit über acht Jahren kämpfe ich gegen ein persönliches böses Omen, dessen Fluch ich jetzt hiermit breche, indem ich es öffentlich bekannt mache! Im Jahr 2000 veröffentlichte die Band „Reamonn“ das Lied „Supergirl“. Als ich es das erste Mal hörte gefiel es mir, ich dachte an meine Freundin, aber mich beschlich schnell ein ungutes Gefühl. Zu recht wie sich herausstellte! Seitdem ist jede Veröffentlichung dieser Band wie eine sich selbst erfüllende Prophezeiung gewesen. Im Laufe der Jahre habe ich versucht, wegzuhören, diese Musik zu ignorieren und mich für diese Propheten des Unheils taub zu stellen. Zwecklos angesichts der multimedialen Propagandamaschinerie. Als aufgeklärter Mensch habe ich die immer gleichen Folgen verharmlost oder sie als Zufall deklariert. Jetzt ist es aber amtlich. In einem tollkühnen Selbstexperiment habe ich die Existenz dieses Fluchs bewiesen! Daher rufe ich alle Menschen auf, die Musik von „Reamonn“ zu boykottieren, all ihre Tonträger sofort zu zerstören und die Band selbst fordere ich auf, sich umgehend aufzulösen! Damit ist der böse Bann gebrochen und ich sehe gelassen Freitag, dem 13ten entgegen.

Ein kalter Schauer, sich die Zähren pflückt…

Das kummervolle Zimmer liegt im Halbdunkeln, Musik erklingt gedämpft aus den Ecken. Kerzen verströmen schweren, süßen Duft. Gedankenversunken liegt sie vor einem zersprungenem Spiegel auf dem Boden ihrer Kammer. Zwischendurch flammt leise Feuer, Qualm steigt auf und diskret knistert die Glut ihrer Zigarette. Einzelne Lichtfinger tasten sich durch die kerzenweichen, rauchigen Schatten, während sie Ordnung in ihren Scherben sucht. Ab und zu verlieren sich die traurigen Augen in den Spiegeln und blicken tief in ihre Seele. Kalter Schauer und Gänsehaut krabbeln über ihren Rücken. Sie erschrickt, als sie sich selbst im Spiegel erkennt. Ihre Lippen zittern und Tränen laufen ihre Wangen herab. Schnell zerwühlt sie die Anordnung ihrer Gesichter und dutzende Augen blicken ihr zornig entgegen. Sie weiß, diese Augen sehen anders. Dann wieder gläsernes Splittern aus der Mitte des Raumes, Lichtertanz an den Wänden, so liegt, sitzt und kniet sie seit Stunden und arrangiert ihr Mosaik der Gefühle.

Ich begrüße das letzte Feuerzeug in meinem Leben nicht, ohne ein wenig über die Bedeutung des Feuers zu schwärmen. Es liegt, als Enkels eines Schmieds, in meinem Blut und seit frühester Kindheit spiele ich mit dem Feuer. Fasziniert vom glühenden Plasma ging einiges gewollt und ungewollt in Rauch auf. Ich habe im Laufe meines Lebens eine Menge Feuer entfacht (und die meisten davon selbst gelöscht). Später als Raucher griff ich routiniert zu jedem Feuerzeug und zündete mir damit geschickt meine Kippe an, danach ließ ich es automatisiert in meine Taschen gleiten… Feuerzeuge sind nach meiner Auffassung allgemeines Gut, sofern sie in standardisierter Form vorliegen! Ich besaß eine große, unaussprechliche Menge an Feuerzeugen, und ich habe genau diese Menge an Feuerzeugen wieder abgegeben. Im Laufe der Jahre habe ich mir natürlich viele Gedanken über das Feuer und deren Entzündung gemacht. Das möchte ich hier aber nicht in aller Breite ausführen, sondern lieber davon berichten, dass ich mir ausmalte, wie denn das perfekte Feuerzeug aussehen würde. Ich bin ein Pragmatiker und stehe total auf multifunktionalen Schnickschnack. Und was ist ebenso nützlich wie ein zuverlässiges Feuerzeug: Ein gutes Taschenmesser. Dazu muss erwähnt werden, dass ich nicht nur eine pyromanische Ader habe, sondern auch einen ziemlichen Messertick. Und wenn wir schon dabei sind: Einen gewaltigen Uhrentick habe ich auch (, aber dazu ein andermal sicher mehr)! Wie ein Blitz zuckte die Frage plötzlich in meinem Kopf, wieso in drei Teufels Namen noch niemand auf die Idee gekommen ist, ein Feuerzeug in ein Taschenmesser einzubauen. Zwei Minuten später war klar: Wer hat´s erfunden: Die Schweizer!

Nun habe ich ein Schweizer Taschenmesser mit eingebautem Feuerzeug! Ich gelobe, keine fremden Feuerzeuge mehr zu stibitzen! Wer aber versucht, mir meines zu rippen, wird es ebenso zu seinem letzten Feuerzeug machen!

Der Schrei

Veröffentlicht: 9. November 2008 in Lyrisches
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Der Schrei

Der Ausblick

Veröffentlicht: 9. November 2008 in Lyrisches
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Der Ausblick

Von Dir.

Veröffentlicht: 8. November 2008 in Lyrisches
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Von Dir.


Draußen toben

Wind und Regen,

peitschen

die einsame Nacht.

Ich trieb im

Grünen Meer,

als ich in Deine

Augen sah.

Fahler Mond

schien

gedämpft erwacht,

das Blau grau trübend,

zu verbergen unter Gischt,

was im dunklen Licht

auf hoher See geschah!

Keine Rettung,

die mich suchte.

Schrille Sturmwogen

brachen krachend Wellen

über mir..

Strudel sogen in

die Tiefe

und Wasser nahm

die Luft.

…ein Hauch von Dir

wird ewig bleiben,

Dein süßer, zarter Duft.