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Ein kalter Schauer, sich die Zähren pflückt…

Das kummervolle Zimmer liegt im Halbdunkeln, Musik erklingt gedämpft aus den Ecken. Kerzen verströmen schweren, süßen Duft. Gedankenversunken liegt sie vor einem zersprungenem Spiegel auf dem Boden ihrer Kammer. Zwischendurch flammt leise Feuer, Qualm steigt auf und diskret knistert die Glut ihrer Zigarette. Einzelne Lichtfinger tasten sich durch die kerzenweichen, rauchigen Schatten, während sie Ordnung in ihren Scherben sucht. Ab und zu verlieren sich die traurigen Augen in den Spiegeln und blicken tief in ihre Seele. Kalter Schauer und Gänsehaut krabbeln über ihren Rücken. Sie erschrickt, als sie sich selbst im Spiegel erkennt. Ihre Lippen zittern und Tränen laufen ihre Wangen herab. Schnell zerwühlt sie die Anordnung ihrer Gesichter und dutzende Augen blicken ihr zornig entgegen. Sie weiß, diese Augen sehen anders. Dann wieder gläsernes Splittern aus der Mitte des Raumes, Lichtertanz an den Wänden, so liegt, sitzt und kniet sie seit Stunden und arrangiert ihr Mosaik der Gefühle.

Von Dir.

Veröffentlicht: 8. November 2008 in Lyrisches
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Von Dir.


Draußen toben

Wind und Regen,

peitschen

die einsame Nacht.

Ich trieb im

Grünen Meer,

als ich in Deine

Augen sah.

Fahler Mond

schien

gedämpft erwacht,

das Blau grau trübend,

zu verbergen unter Gischt,

was im dunklen Licht

auf hoher See geschah!

Keine Rettung,

die mich suchte.

Schrille Sturmwogen

brachen krachend Wellen

über mir..

Strudel sogen in

die Tiefe

und Wasser nahm

die Luft.

…ein Hauch von Dir

wird ewig bleiben,

Dein süßer, zarter Duft.

Flammende Flugzeuge

Nieseln durch die

Grauen Wolken vom

Hoffnungsblauen Himmel herab.

Glassplitter, Explosionen,

Giftig fauchende Rauchwände.

Geschrei und Tod

Vermengen sich mit

Lichterlohen Sirenen.

Hochhäuser und Menschen

Sacken in sich zusammen.

Alle Wege sind mit

Dem öligen Dunst der

Schuld und Betroffenheit

Bedeckt- darin gespiegelt:

Der verheißungsvolle Regenbogen,

Der schillernd unwirkliche,

Nie zu erreichende Schatz.

Tränen spülen Seelen,

Wie Regen den Beton.

Doch: Tränen löschen keine Brände.

Staub

Veröffentlicht: 11. September 2007 in Lyrisches
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Staub


Regenbogen erleuchtet trügerisch Feuer


Farben brennen


Welken ewiger Istigkeit


Asche war und wird

Hörst Du die Sonne knistern/

Wolken flüstern mit den Vögeln/

Staub zieht amüsiert seine kreisenden Wirbel/

Genügsam liegt der dämpfende Schleier der Hitze über der Stadt/

– die Menschen sind anders/

sie beklagen sich immer noch

–doch mit einem verkniffenen Lächeln im Gesicht/

Und wenn man genau zuhört/

vernimmt man das grummende Drehen der Erde/

das wispernde Versprechen/

dass gar nichts von Bedeutung ist..