Feuer, Freunde …

Veröffentlicht: 6. August 2008 in kurz mitgeschrieben
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Feuer, meine lieben Freunde, ist kein Spielzeug! Das wissen wir alle. Dass Feuer wirklich kein Spielzeug ist, wurde mir erst kürzlich durch einen kontrollierbaren Küchenbrand demonstriert:

Es war Nacht, aber die Luft kochte. Ich schätze, dass ich gegen halb fünf heimkam. Ich hatte in der Bar gearbeitet und war bestimmt nicht mehr ganz nüchtern. Aber ich hatte Hunger und tiefgefrorene Hähnchenbrüste im Kühlschrank. Herd an, Öl in die Pfanne und die Hähnchendingens rein. Ordentlich Hitze und dann schnell die Glotze an. Zwei Minuten später war ich wieder am Herd. Das Fett begann langsam zu brutzeln. Ich suchte einen passenden Deckel, fand aber keinen. “Na gut. Erstmal den Herd von Zwölf auf Eins gestellt.” Wer meine Küche nämlich kennt, weiß dass die 12er-Platte, die derbe SchnellkochUltraheissRotglüh-Platte ist. “Sicher ist sicher, mit so einem Fettbrand ist nicht zu spaßen“, dachte ich und wendete die gefrorenen Vogelstücke. Dann legte ich diesen Fettspritzschutz über die Pfanne. Wie mag das Teil wohl wirklich heißen? Wisst ihr, was ich meine? Kreisrund, daran ein Stiel und es ist mit einem Metallsieb bespannt. Es passt hervorragend über eine Pfanne, aber vor Fettspritzern schützt es nicht. Deshalb legt ich noch einen unpassenden Deckel drauf und ging wieder vor die Glotze. Irgendwann roch es lecker und und wollte meine Mahlzeit inspizieren. Ich kämpfte mich durch etwas Rauch und bemerkte umgehend, dass meine Mahlzeit krosser ausfallen würde als geplant. Ich stellte den Herd von Eins auf Null, nahm die Pfanne vom Herd, entfernte meine Deckelkonstruktion. Ich setze die Pfanne ab, holte mir einen Teller, nahm die Pfanne und zack war es da! Etwas Fett und Wasser sind wohl auf die Herdplatte und es gab eine spontane Selbstentzündung! Was für ein toller Begriff! Welch ein tolles Feuer. Ich war fasziniert, starrte auf die 20 bis 30 Zentimeter große Flamme und hielt in der rechten Hand die fettspritzende Pfanne und mit der linken stocherte ich mit einer Gabel nach meinem heißen Hähnchen. Nachdem ich den Begriff ”spontane Selbstentzündung“ noch einmal auf meiner Zunge schmelzen ließ und beim Blick in die lodernd warme Flamme den Hergang rekonstruierte, dachte ich sofort: ”Kein Wasser!“ Ich stellte die Pfanne ab und dachte einen Augenblick über eine Löschdecke nach. Der Gedanke, wie praktisch Löschdecken wären und dass sie im Funktionsumfang sich deutlich von Handtüchern abhoben (vgl. D. Adams) endete mit der Erkenntnis: ”Wir haben keine.“ Deckel drauflegen? -Würde nicht passen und ist voller Wasser und Fett. In diesem Augenblick wurde mir klar, welchen Vorteil Handtücher gegenüber Löschdecken haben: Wir haben welche! Das erste Handtuch, das ich erspähte, war ein Trockentuch. Es war alt, ausgefranst und hatte große Löcher. ”Wenn ich es darauflege, deckt es nicht den ganzen Brand, durch die Löcher könnten die Flammen schlagen und das Tuch entfachen. Ich sollte es nass machen!“ An diesem Punkt möchte ich kurz einfügen, dass ich grandiose Lehrmeister im Umgang mit Feuer hatte! Es liegt mir sogar in den Genen, denn mein Opa war Schmied. Und seit meiner Kindheit habe ich ein großes Interesse an der Chemie, was zu sehr vielen Experimenten mit und über den Umgang mit Feuer geführt hat. Besonders erwähnen möchte ich hier Kurt und Benny. Sie waren und sind große Freunde des Energieplasmas und haben mir vieles beigebracht. Und natürlich meinen Chemielehrer Herrn Maucher! Er war für mich der Salvador Dali der Chemie, ein Virtuose der Elemente und mein absoluter Lieblingslehrer. Aber genug Lobhudelei, denn ich möchte den Spannungsbögen an dieser Stelle unterbrechen. Ich machte das Handtuch natürlich nicht nass! Ich besann mich auf mein Wissen und blies die Flamme, die inzwischen nicht mehr bedrohlich aussah, kurzerhand aus. Die Geschichte hat jedoch kein Happy-End. Die ”spontane Selbstentzündung“ schreit nach einem weiteren Versuch. Aber Feuer, Freunde, ist kein Spielzeug.

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Kommentare
  1. KarlKarbon sagt:

    Messer, Gabel, Feuer, Licht.
    Sind für kleine Kinder nicht.

  2. aithriya sagt:

    vorab: haettest du mal kurzerhand die pfanne wieder zurueck auf die herdplatte gestellt waere das feuer kurzerhand und ohne grosse wissenschaftliche abhandlung ueber feuer/wasser reaktionen ausgegangen. aber dann haettest du ja keinen neuen eintrag geschrieben. uebrigens dachte ich nach ueberfliegen der ueberschrift, es handele sich bei dem eintrag um eine rekonstruktion des kuechenbrandes deiner vermieterin. oder um die knusprige pizza, die ich dich mal morgens um fuenf hab‘ aus dem ofen holen lassen.

  3. […] Brände in diesem Haus bei mir hinterlassen haben. Es sind immer die Küchen, ich denke an die spontane Selbstentzündung und an den Nachmittag als sich Helgas Mülleimer entzündete, nachdem sie ihren Aschenbecher darin […]

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